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Feierlicher Glockenhochzug

Meldung aus Werben
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Der Reformationstag war der beste Anlass, die Werbener Glocke nach zwei Jahren Abwesenheit wieder an ihren angestammten Platz zu heben.

Die Werbener Kirche, eine spätgotische Backsteinkirche aus dem frühen 15. Jahrhundert, wird im Volksmund gern die Gemüsekirche genannt. Ihre Deckenmalerei zeigt zahlreiche Motive aus Garten und Feld.

Bei einer routinemäßigen Glockeninspektion wurde vor zwei Jahren festgestellt, dass eine der drei Glocken, die Betglocke, eigentlich nicht mehr geläutet werden dürfte. "Zu rissig, ausgeschlagen, aus der Lotrechten und denkmalwidrig", lautete das vernichtende Urteil der Experten. Gerade diese Glocke begleitete seit fast einem halben Jahrtausend den Tagesablauf und die persönlichen Schicksalsmomente der Gemeindemitglieder.

Kirchengemeinderatsvorsitzender René Schultchen in seiner Rede vor Hunderten Werbenern und Gästen aus den Nachbargemeinden: "In einer nahezu unglaublich kurzen Zeit ist es uns gelungen, durch Kollekten und großzügige Spenden die Reparatursumme von fast 15 000 Euro aufzubringen!". Eine Ulmer Firma hatte die Reparatur übernommen, ein neues Glockenjoch wurde gefertigt und pünktlich zum Reformationstag konnte die Glocke wieder ihren angestammten Platz einnehmen.

Bevor sie den Weg am Kranhaken in den 42 Meter hohen Glockenturm ging, wurde sie durch das Dorf gefahren und dabei von vielen Werbenern begleitet. Auf dem Hof der Kirche angekommen, segnete Pfarrerin Jenny Caiza Andresen die Glocke. Christenlehreschülerinnen und -schüler sowie angehende Konfirmanden schlugen nacheinander die Glocke mehr oder weniger kraftvoll an. Der Posaunenchor unter der Leitung von Michael Apelt begleitete den Weg der Glocke in die Höhe musikalisch.

Die Pfarrgemeinde nahm die große Spendenbereitschaft der Werbener zum Anlass, für die Flüchtlingshilfe zu werben. Jeder, der warme Sachen, Teppiche und Kinderwagen spenden möchte, sollte sich am 7. und 8. November im Werbener Küsterhaus melden. (Text/Foto: Peter Becker)