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54 gerettete Rehkitze

Meldung aus Werben
Zwei gerettete Rehkitze liegen aneinander gekuschelt in einer Box. (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Zwei gerettete Rehkitze liegen aneinander gekuschelt in einer Box.

Dass dem Tierschutz nicht nur Gesamtgesellschaftlich ein enormer Stellenwert zu Teil, sondern dieser auch speziell in der Landwirtschaft eine enorme Wichtigkeit zugesprochen wird zeigt ein Projekt, welches im Amtsgebiet Burg/Spreewald dieses Frühjahr stattfand. 

Nach einer Veranstaltung der "Jagdfreunde Vorspreewald", in der das Projekt "Rehkitzrettung" vorgestellt wurde, war das Interesse unter den Mitgliedern der Jagdgenossenschaft Werben geweckt. Weitere Gespräche folgten und mit der AGRAR-Genossenschaft Werben konnte schnell ein zuverlässiger Partner gewonnen werden, welcher dieses Projekt nicht nur mit der Anschaffung der erforderlichen Technik unterstützt, sondern der auch bereit ist diesen innovativen Weg gemeinsam zu gehen. 

Schließlich ermöglichte der Eintritt in den Verein "Jagdfreunde Vorspreewald" die Anschaffung einer modernen Drohne mit effizienter Wärmebildkamera. 

Nach umfangreichem Training, der erfolgreichen Ablegung des Drohnen-Führerscheins und zahlreichen Gesprächen begann der erste Einsatz am 26.05.26 um 4:00 Uhr in der Früh. Für Langschläfer ist der ehrenamtliche Job eines Rehkitzretters eher nichts, denn mit der aufgehenden Sonne erwärmt sich auch der Boden und jeder Maulwurfshügel würde zum potenziellen Kitz. So steigt im Morgennebel die Drohne auf und sucht mit ihrer Wärmebildkamera die Wiesen nach Rehkitzen ab, ungefähr 40ha sind es an diesem ersten Tag. Mit dem bloßen Auge sind sie kaum zu erkennen. Weil die Rehkitze noch keinen Fluchtinstinkt entwickelt haben, würden sie, versteckt im Gras, vom Mähwerk erfasst. Das Helferteam wird über Funkgeräte zu den ausfindig gemachten Standorten geleitet. Gefundene Kitze werden mit einem Kescher eingefangen und in einer mit Gras ausgepolsterten Kiste am schattigen Wiesenrand zwischengeparkt, bis die Mäharbeiten abgeschlossen sind. Dabei werden die Kitze nur mit Handschuhen angefasst, weil menschlicher Geruch ansonsten dazu führt, dass sie von ihren Müttern verstoßen werden. 

Auf diesen ersten Einsatztag folgten drei weitere intensive Wochen in der Gemarkung Werben, mit lehrreichen und spannenden Einsätzen auf sowohl privaten als auch gewerblichen Flächen. Pro Einsatz waren im Durchschnitt zwei Piloten und drei Helfer beteiligt und in der Regel ging jeder im Anschluss seinem geregelten Arbeitsalltag nach. Am Ende dieser Zeit kann stolz auf eine abgesuchte Gesamtfläche von ca. 350 ha und der Bilanz von 54 geretteten Rehkitzen geblickt werden. 

Unser Pilotprojekt wurde durch die finanzielle Unterstützung und die vorbildliche Zusammenarbeit mit der AGRAR–Genossenschaft Werben, sowie den Jägern, Landwirten und Helfern erfolgreich realisiert. 

Um dieses Projekt langfristig auszubauen, die Wartung der Drohnen sowie Funkgeräte zu gewährleisten und Zubehör anzuschaffen sind finanzielle Mittel nötig. Wer uns als Pächtergemeinschaft auf diesem Wege mit Spenden unterstützen möchte, wendet sich bitte an die Jagdgenossenschaft Werben. 

Ein großer Dank gilt allen Beteiligten und der AGRAR-Genossenschaft Werben. 

 

Die Pächtergemeinschaft Werben