„Mir tut jeder Baum leid, den wir fällen mussten.“
Meldung aus WerbenAuf der Woklapnica hatte Bürgermeister Joachim Dieke aufgerufen, gemeinsam Ordnung zu schaffen im ehemaligen Gutspark derer von Schönfeldt. Schon zwei Tage später meldeten sich die ersten freiwilligen Helfer, so dass es los gehen konnte.
Werben. Gut 50 Jahre habe sich niemand um die Pflege in dem reichlich einen Hektar großen Waldgebiet gekümmert, bedauert der Bürgermeister. Von Erholungswert war nichts mehr zu spüren. Stattdessen verwandelte sich die Fläche immer mehr zur Müllkippe. Ein alter Feuerlöscher, Schuhe, Tetrapackmüll, ungezählte Glas- und Plastikflaschen, Gläser mit eingewecktem Obst und Marmelade, Unmengen an Plastikblumentöpfen und -schalen und vieles mehr sind hier illegal entsorgt worden. Umgestürzte Bäume und herabfallende Äste wurden immer mehr zur Gefahr – auch für die Kinder der Kita „Pusteblume“, die hier so gerne gespielt hatten. Das war ihnen nun nicht mehr gestattet.
Die Ursache für die großen Schäden war bald ausgemacht. Zugewuchert von Efeu waren die Bäume zu sehr geschwächt, um gegen den Pilzbefall zu kämpfen. Schwefelporling, Eichenfeuerschwamm und der aggressive Brandkrustenpilz, aber auch die schwarze Lackameise, die auch gesundes Holz zerfrisst, setzten den zum Teil 150 Jahre alten Ahornbäumen und Eichen mächtig zu. Gemeinsam mit Revierförster Martin Kahl wurden ein Pflegeplan erarbeitet und die zu fällenden Bäume markiert. Am 19. Januar begannen die Arbeitseinsätze im Gutspark. Bäume wurden gefällt, Gestrüpp entfernt, Müll beräumt und Efeu durchtrennt. „Mir tut jeder Baum leid, den wir fällen mussten“, so Bürgermeister Dieke. Doch schon bald soll aufgeforstet werden mit Hainbuchen und Stieleiche.
Über mehrere Wochen waren täglich drei bis fast 30 Helfer mit Äxten und Kettensägen im Einsatz, unterstützt von den Mitarbeitern des Bauhofes. Auch an den Wochenenden wurde fleißig gearbeitet und auch viele Kinder halfen mit. Besonders aktiv waren Heinz Schiemenz, Marcel Kohlstock, Carsten Schroschk, die Mitglieder des Frühschoppen n. e. V., der Feuerwehr und viele Senioren. Als Dankeschön wurde stets für die Verpflegung gesorgt und zum Abschluss der Arbeiten wurde gegrillt.
Finanzielle Unterstützung für dieses Dorfverschönerungs-Projekt kam von der Sparkasse Spree-Neiße, von der SpreeGas und der Firma Gjardy. „Gemeinsam wollen wir den Park wieder so herrichten, dass die Kinder hier spielen und die Bürger sich erholen können“, so Joachim Dieke. Dafür sollen auch Bänke aufgestellt werden. Aber auch für den Arten- und Vogelschutz soll etwas getan werden. So sollen gemeinsam mit den Hortkindern aus der Kita „Pusteblume“ Nisthilfen gebaut werden u. a. für Waldkauz, Kleiber und Fledermaus. Gemeinsam mit der Agrargenossenschaft soll die alte Wegeführung wieder hergestellt werden, damit die in den vergangenen Jahren verloren gegangene Ackerfläche künftig wieder bewirtschaft werden kann.
Die noch verwendbaren Stämme werden in der ersten Märzwoche gegattert. Auf diesem Weg erhält die Gemeinde Kanthölzer, Bohlen und Bretter für Baumaßnahmen im Dorf.
Fotoserien
Arbeitseinsatz im ehemaligen Gutspark derer von Schönfeldt (MO, 29. Februar 2016)









